Instagram und Snapchat sind Trends, wenn es um Bewegtbild geht. Beide haben zwei unterschiedliche Ausrichtungen. Snapchat steht für schnellen Spaß, authentische Instant-Bilder (hinter 1.000 Snaps steht dann eine Story) während Instagram eher für perfekte, fast schon inszenierte Bildwelten steht. Vor allem der Bild- und Video-Instant-Messeneger-Dienst Snapchat gilt derzeit als eine der heißesten Anwendungen. Genutzt wird Snapchat vor allem von Jugendlichen Smartphone-Nutzern, rangiert zwar immer noch hinter Social Networks wie WhatsApp, Youtube und Instagramm holt aber stetig auf.

Das Snapchat nun den Nutzer stärker in den Fokus rückt, darüber war von Snapchat-CSO Imran Khan auf der dmexco vor vier Wochen noch nicht die Rede. In seiner Präsentation versuchte er, die angereisten Marketing-Entscheider davon zu überzeugen ihre Werbebudgets für Snap Ads, Sponsored Lenses und Sponsored Geofilters auszugeben: Snapchat stellt Stories von Nutzern nun ganz oben in die Sektion ein. Entgegen dem Gewinnstreben der Konkurrenz im Silicon Valley rückt Snapchat den Nutzer wieder stärker in den Fokus.

Darunter leiden müssen die zahlenden Publisher und die Werbekunden. Und zeigt einmal mehr dass sich Marken in Sachen Kommunikation auf externe Plattformen nicht allzu sehr verlassen und sich nie allzu lange auf nur einer Strategie ausruhen sollten. Während große Publisher sonst Millionen Views im Monat erzielten, sind sie nun aus dem Sichtfeld des Users gerückt – damit dürfte der Traffic für die Discover-Partner zurück gehen. Vielleicht macht es jetzt Sinn anstatt sich weiterhin in „Discover“ einzukaufen parallel einen Nutzer-Account zuzulegen, um darüber Inhalte zu teilen.

Facebook nachgemacht

Zur Erinnerung: Facebook gab im Juni bekannt, dass Beiträge von Familienmitgliedern und Freunden im Newsfeed höher gewichten werden als Inhalte von Medienhäusern. Diese mögen wie natürliche Partner der Social Networks und Messenger wirken, am Ende geht es aber nur darum, Nutzer möglichst lange in ihren Diensten zu halten, um ihnen möglichst viel Werbung anzeigen zu können. Wenn Inhalte unattraktiv sind, sortiert der Algorithmus sie aus.

Dazu passt eine weitere Neuerung für Snapchat, für die sich Snap Inc. entschieden hat. Mit dem automatisierte Abspielen der Stories, eine Ansammlung aus Fotos, Bilder und Videos ist nun Schluss. Während ehemals ein Video nach dem anderen automatisch abspielte, und sich der User direkt zum nächsten weiter klicken konnte, kann nun erst nach Beendigung auf das nächste Video geklickt werden. Eine Lücke in der jedoch Zeit für Werbung bleibt.